07.07.2006
„Land unter“ in Berlin: THW-Ortsverband nach Unwetter stundenlang im Einsatz

„Land unter“, besser gesagt „Stadt unter“ hiess es in Berlin am 7. und 8. Juli 2006: Monsunartige Regenfälle ergossen sich über die seit Tagen in brütender Hitze schmorende Bundeshauptstadt. Alleine im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf fielen von abends 20.00 Uhr bis morgens 8.00 Uhr 104 Liter Wasser auf den Quadratmeter. Die Folge: ganze Straßenzüge, U-Bahn-Stationen, die Stadtautobahn und unzählige Keller gingen im wahrsten Sinne des Wortes „baden“. Die Berliner Feuerwehr rief den Ausnahmzustand aus und das THW zur Unterstützung. Auch die Helferinnen und Helfer des THW-Ortsverbandes Friedrichshain-Kreuzberg waren an beiden Tagen im Kampf gegen die Fluten aktiv.

Am Abend des 7. Juli rückten die Einsatzkräfte des Ortsverbandes zu unzähligen Pumparbeiten in der Hauptstadt aus. In der ganzen Stadt begegneten sich die Einsatzfahrzeuge der Berliner Feuerwehr, des THW und der Freiwilligen Feuerwehr und fuhren mit Blaulicht von einem Einsatzstelle zum Nächsten. Die mannshoch überfluteten Fußgängertunnel und die knietief vollgelaufen Keller mussten in stundenlanger Arbeit leergepumpt werden, damit für die Menschen in Berlin keine Gefahr mehr besteht.

Mit Blaulicht und Martinshorn waren die Helferinnen und Helfer dann auch am Samstag in der Stadt unterwegs. Mehrere Stunden brauchten die Einsatzkräfte, um in der Charlottenburger Leibnizstraße drei völlig unübersichtliche und unter Wasser stehende Kelleranlagen eines großen Altbaukomplexes leer zu pumpen.

Ein schöner Zufall ereignete sich in der Friedrichstraße: Mühsam versuchte der Gerätekraftwagen des Ortsverbandes sich mit Blaulicht und Martinshorn den Weg durch die Straße zu einem Einsatzort zu bahnen. Trotz Sonderrechten ging es jedoch kaum voran: Berlins Mitte war mit unzähligen Touristenbussen und Fußballfans aus aller Welt völlig verstopft. Spontane Hilfe kam von der Berliner Polizei: Vier so genannte „weiße Mäuse“ kamen mit ihren Motorrädern gerade von der Begleitung eines Staatsbesuches, erkannten die Lage und machten dem THW den Weg frei.

Der Ortsverband Friedrichshain-Kreuzberg war im Schichtbetrieb insgesamt mit 18 Helferinnen und Helfern von Freitags 19.30 Uhr bis Samstag 18.00 Uhr im Einsatz.

Text:
Fotos: Peter Lohmann (BÖH, OV Friedrichshain-Kreuzberg)

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Erstellt am So 09 Jul 2006 14:04:24 CEST.
Veröffentlicht am Mo 10 Jul 2006 06:20:50 CEST.
Letzte Aktualisierung am Mo 10 Jul 2006 17:46:27 CEST.