Mit über 100 Einsatzkräften wurde am Wochenende, vom 14.09. bis 16.09.2018, eine Einsatzübung in Prora auf Rügen durchgeführt, wobei mehrere THW (Technisches Hilfswerk) Einheiten aus verschiedenen Ortsverbänden, darunter Berlin Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin Lichtenberg, Stralsund, Bergen, Wolgast, Barth, Neustrelitz, Neubrandenburg, sowie andere Hilfsorganisationen ihr Können unter Beweis stellen konnten.
Das fiktive Einsatzszenario lautete: "Infolge einer Explosion eines Öltanks ist es zu einer Umweltverschmutzung am Strand und im Wasser der Bucht von Prora gekommen. Durch brennende, herumfliegende Teile des explodierten Tanks wurden auch Bürogebäude im Umkreis stark beschädigt und in Brand gesetzt. Es gibt vermisste Personen."
Die Fachgruppen Wassergefahren aus den THW Ortsverbänden Wolgast und Friedrichshain-Kreuzberg verlegten mit ihren Booten zum Hafen Saßnitz, wodurch die Kraftfahrer Fahrpraxis beim Rangieren des Gespanns Ladekran mit Mehrzweckarbeitsboot (MzAB) auf Bootsanhänger gewinnen konnten. Während die Boote mit einem Ladekran zu Wasser gelassen und mit Ölwehrgerät, wie dem Ankergerät, beladen wurden, bereitete die Fachgruppe Öl aus den Ortsverbänden Stralsund und Berlin Lichtenberg am Strand von Prora die Ölsperre vor. Diese wurde dann nach Ankunft der Fachgruppe Wassergefahren auf das Wasser hinausgezogen und auf dem Grund verankert, um die Verbreitung des Öls einzudämmen. Fiktiv wurde dann das Öl durch das Havariekommando OV Stralsund von der Wasseroberfläche abgesaugt (Skimmern). Neu für die HelferInnen unserer Fachgruppe Wassergefahren war das Auslegen der Ölsperren, das Anlegen der Boote am Stand, sowie der Transport von Lasten im Küstenbereich. Zudem konnten Einblicke in die Technik und Fähigkeiten der Fachgruppe Öl gewonnen werden.
Parallel zu dem Einsatz auf dem Wasser und am Strand von Prora, kümmerten sich die Bergungsgruppen um die vermissten Personen im Bürogebäude, das durch die explodierten Tanks beschädigt wurde. Nachdem dort die Lage erkundet worden war, wurde die Einsatzstelle abgesichert. Da durch die Beschädigungen des Gebäudes der Eingang versperrt war, erfolgte ein Einstieg mittels einer Steckleiter. Durch die Herstellung von Wanddurchbrüchen konnten die vermissten Personen gefunden und befreit werden.
Zu den Aufgaben der Fachgruppe Logistik gehörte eine Versorgungsstelle für die Verpflegung der Einsatzkräfte und der Materialbeschaffung bereitzustellen. Des Weiteren gab es eine Führungsstelle zu stellen.
Neben der Verpflegung der Einsatzkräfte wurde parallel eine Bereichsausbildung Feldkoch mit 6 Teilnehmenden vom THW und der Johanniter ausgeführt. Die Fachgruppe Logistik-Materialerhaltung übernahm die Reparaturaufträge und versorgte die Technik mit Betriebsstoffen.
Neben der praxisnahen und vertiefenden Fachausbildung der einzelnen Einsatzkräfte stand die überörtliche Zusammenarbeit mit Helferinnen und Helfern anderer Einheiten des THWs und weiteren Organisationen des Katastrophenschutzes im Vordergrund. Zudem wurde das knüpfen persönlicher Kontakte zu den HelferInnen der beteiligten Ortsverbände gefördert und sich für weitere gemeinsame Ausbildungsdienste verabredet.