Am 14.5.2015 fand unsere 4-tägige Ausbildungsfahrt der Fachgruppe Wassergefahren auf der Oder statt. Dazu trafen wir uns morgens an Christi Himmelfahrt in unserem Ortsverband. Letzte notwendige Handgriffe für die Abfahrt wurden gemeinsam im Team erledigt. Gut gelaunt fuhren wir mittags dann mit unseren zwei Einsatzbooten im Schlepptau nach Frankfurt an der Oder. Nachdem wir unsere Boote gegen Nachmittag im Winterhafen ins Wasser gelassen haben, ging es auf dem Wasserweg über die Oder nach Oderberg, wo wir uns in eine kleine Pension gemietet haben.
Am nächsten Morgen waren wir schon früh auf dem Oderberger See unterwegs. Zu den zahlreichen Übungsinhalten gehörten unter anderem auch Anlege- und Ankermanöver. Zu Ausbildungszwecken schleppte unser kleines Mehrzweckboot (MzB) unser großes Mehrzweckarbeitsboot (MzAB) über den Oder-Havel-Kanal in Richtung Schiffshebewerk Niederfinow. Auf dem Kanal versuchten wir mit drei verschiedenen Methoden, dessen Breite festzustellen. Zusätzlich haben wir gelernt, wie man mit und ohne GPS-Gerät die Geschwindigkeit der Boote herausfindet. Auch wenn die moderne Technik immer wichtiger wird und den Einsatzablauf erleichtern, ist für die Einsatzsicherstellung wichtig, auch ohne auszukommen.
Auf dem Heimweg fuhren wir zurück durch das Schiffshebewerk hindurch. Dies war für uns alle ein atemberaubender Moment. Bis zum Abend haben wir noch weitere Themen wie manuelle Bootsausbildung absolviert. In unserer Pension angekommen, stiegen wir in den Mannschaftstransportwagen (MTW) und holten einen weiteren Helfer vom Bahnhof ab. Im Anschluss schauten wir uns das Schiffshebewerk von der Landseite aus an und besuchten das Informationszentrum. Nach dem Abendbrot ging es dann noch mal aufs Wasser und wir testeten unsere neue Beleuchtung inklusive Suchscheinwerfer vom MzAB während einer Nachtfahrt.
Nach der kurzen Nacht waren wir dann wieder auf der Oder unterwegs und suchten uns einen circa 10 Meter langen Baumstamm, den wir mit dem MzAB durch das Wasser ziehen konnten. Bei Hochwasserlagen verfängt sich auf Grund der reißenden Gewässer allerhand Treibgut und verhindert das Abfliessen des angestauten Wassers. Vornehmlich an Brücken und anderen Engstellen bleiben des Öfteren entwurzelte Bäume liegen. Es zählt dann zu unseren Herausforderungen, dies zu beräumen und den Abtransport zu bewerkstelligen. Ein paar Flussmeter weiter fanden wir dann auch einen geeigneten Ort, um das Treibgut wieder an Land zu ziehen. Danach erkundeten wir das Ufer nach einer geeigneten Sandsackfüllstation. Als wir fündig wurden, begannen wir Sandsäcke zu befüllen und diese auf einer Palette in das MzB zu laden. Währenddessen war das MzAB unterwegs, um eine geeignete Deichstelle zu finden, bei der man Deichverteidigungsmaßnahmen üben konnte. Als das MzB die Sandsäcke zum Treffpunkt transportiert hatte, sicherten wir eine Quellkade. Alle dises Schritte müssen hand in hand funktionieren, da im Einsatzfall beim Hochwasser diese Aufgaben zügig und dennoch professionell und sicher ablaufen müssen. Danach luden wir die befüllten Sandsäcke auf das MzAB, sicherten die Ladung, fuhren zurück zur Sandsackfüllstation und schütteten den Sand wieder zurück.
Auf dem Weg in die Pension trafen wir auf einige erschöpfte Kanufahrer. Die Gelegenheit nutzten wir, sehr zur deren Freude und Entlastung, und zogen die Kanus eine Weile hinter unseren Booten her. Bei der Pension angekommen, machten wir uns einen gemütlichen Helferabend und genossen das leckere Essen vom Grill.
Am darauffolgenden Tag packten wir unsere Sachen und es ging zurück Richtung Frankfurt/Oder. Dies wurde etwas erschwert, da wir nun gegen den Strom fahren mussten und es sehr windig war, wodurch einige hohe Wellen entstanden. Etwas hinter dem ursprünglichen Zeitplan slippten wir die Boote wieder aus dem Wasser. Nach einem Wochenende voller spannender Eindrücke und vieler gemeinsamer Erfahrungen ging wieder nach Hause in den Ortsverband Friedrichshain-Kreuzberg.
Ich fand, dass das verlängerte Wochenende eine super Gelegenheit für unsere Gruppe war, die vielfältigen und komplexen Ausbildungsthemen wieder praktisch umzusetzen. Wir hatten alle viel Spaß und konnten die Zeit gut nutzen unsere Fähigkeiten zu verbessern. Die Fahrt durch das Schiffshebewerk war ein echtes Highlight.